Spätestens seit den Studien des italienischen Philosophen Giorgio Agamben in den 1990er Jahren und noch intensiver nach den Umbruchereignissen vom 11. September 2001 sind die Themen der ‚Souveränität‘ und des ‚Ausnahmezustands‘ zusammen mit der Verknüpfung von ‚Leben‘ und ‚Recht‘ in der (Bio-)Politik als grundlegende Elemente des modernen europäischen Selbst- und Machtverständnisses zunehmend in den Fokus der Geisteswissenschaften getreten. In der Forschung wurde die literarische Beschäftigung mit dem Themenkomplex des ‚Ausnahmezustands‘ bis dato nur ansatzweise berücksichtigt. Indes stellen die literarischen Werke, die den ‚Ausnahmezustand‘ thematisieren oder die vor der Folie dieser Problematik fruchtbar interpretiert werden können, selbst keine ‚Ausnahmen‘ in der literarischen Landschaft seit den 1910er und 1920er Jahren dar – und besonders in der Zeitspanne zwischen den Schicksalsjahren 1914 und 1945. Der Sammelband geht den Fragen nach, welche Formen die Darstellung des Ausnahmezustands in dieser Umbruchszeit im literarischen Bereich annimmt und inwieweit die spezifisch literarische Reflexion über Gewalt, Recht und Leben neue Akzente in der damaligen Diskussion sowie in der aktuellen Debatte über diese Themen zu setzen vermag. In den Blick genommen werden dabei besonders repräsentative Werke von Gottfried Benn, Werner Bergengruen, Hugo von Hofmannsthal, Ernst Jünger, Thomas Mann, Robert Musil, Friedrich Percyval Reck-Malleczewen, Erich Maria Remarque, Carl Schmitt, Alexander von Stauffenberg und Robert Walser.

Literatur des Ausnahmezustands (1914-1945)

FOSSALUZZA, Cristina;PANIZZO, Paolo
2015-01-01

Abstract

Spätestens seit den Studien des italienischen Philosophen Giorgio Agamben in den 1990er Jahren und noch intensiver nach den Umbruchereignissen vom 11. September 2001 sind die Themen der ‚Souveränität‘ und des ‚Ausnahmezustands‘ zusammen mit der Verknüpfung von ‚Leben‘ und ‚Recht‘ in der (Bio-)Politik als grundlegende Elemente des modernen europäischen Selbst- und Machtverständnisses zunehmend in den Fokus der Geisteswissenschaften getreten. In der Forschung wurde die literarische Beschäftigung mit dem Themenkomplex des ‚Ausnahmezustands‘ bis dato nur ansatzweise berücksichtigt. Indes stellen die literarischen Werke, die den ‚Ausnahmezustand‘ thematisieren oder die vor der Folie dieser Problematik fruchtbar interpretiert werden können, selbst keine ‚Ausnahmen‘ in der literarischen Landschaft seit den 1910er und 1920er Jahren dar – und besonders in der Zeitspanne zwischen den Schicksalsjahren 1914 und 1945. Der Sammelband geht den Fragen nach, welche Formen die Darstellung des Ausnahmezustands in dieser Umbruchszeit im literarischen Bereich annimmt und inwieweit die spezifisch literarische Reflexion über Gewalt, Recht und Leben neue Akzente in der damaligen Diskussion sowie in der aktuellen Debatte über diese Themen zu setzen vermag. In den Blick genommen werden dabei besonders repräsentative Werke von Gottfried Benn, Werner Bergengruen, Hugo von Hofmannsthal, Ernst Jünger, Thomas Mann, Robert Musil, Friedrich Percyval Reck-Malleczewen, Erich Maria Remarque, Carl Schmitt, Alexander von Stauffenberg und Robert Walser.
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